Prinz Pi – Neues Label und Album

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Künstler Prinz Pi, der vor nicht allzu langer Zeit berichtet hat, dass er sich von seinem Label No Peanuts getrennt hat, hat wieder ein MySpace Statement über seine Zukunft veröffentlicht.

KEINE LIEBE.
Liebe Freunde und Feinde,
ich habe mir also Gedanken gemacht, wo wann und wie ich in Zukunft meine Musik machen will und das hier ist mein Entschluss:

Ich gründe meine eigenes Label und veröffentliche die Musik selbst.

Seit 10 Jahren mache ich nun Musik, seit 5 Jahren mehr oder weniger auch professionell und das Musikgeschäft hat sich in diesen Jahren sehr krass verändert. Ich will nicht den Moralapostel raushängen lassen und mir ist es lieber wenn jemand, der kein Geld hat, meine Musik wenigstens runterlädt und hört anstatt sie gar nicht zu hören. ABER das Runterladen hat ganz viele Existenzen, die in irgendeiner Form mit Musik zu tun haben zerstört.

Ich meine damit nicht einen Star wie Madonna, der sich dann halt eine krasse Luxusvilla weniger kaufen kann. Sondern die Independent Künstler, die mit Tausend verkauften CDs über die Runden kommen würden, die nun aber einfach mal gar nichts mehr verkaufen und dann keine Musik mehr machen können. Das ist schade, weil damit die Leute befördert werden, die den dummen Massengeschmack treffen und halt noch durchkommen mit ihrer Scheiße. Aber die interessanten Künstler, die Exoten, die werden dadurch ausgemerzt. Dadurch geht Vielfalt verloren.

Mein Traum ist es echt nicht von der Musik leben zu können oder sogar damit reich zu werden.
Was ich mir aber sehr wünsche, ist es mir noch lange LEISTEN ZU KÖNNEN Musik zu machen.
Es gibt für mich nichts schöneres als meine Gedanken in Musik zu verpacken und live damit aufzutreten. Solange ein paar Leute meine CDs kaufen und nicht runterladen, solange meine Konzerte voll sind, solange ich Fans habe, denen meine Musik etwas gibt, kann ich Musik machen.

Nun etwas zu meinem “Label” KEINE LIEBE und zu meinem neuen Album. Es macht wieder Spaß. Es macht sogar verdammten Spaß wieder Musik zu machen. Das Feuer wird immer dann erstickt, wenn du anfängst mit deinen Mitarbeitern alles zu zerreden. Wenn Geld ins Spiel kommt, sinkt die Coolness der Musik. Wenn Termine, Zielgruppen, Marktstudien ins Spiel stolpern, dann hinkt der Spieler. Er lahmt. Damit ist jetzt schluß.

Zurück in den Keller, wo das Mikrofon steht und die lauten Boxen wummern. Wo einem keiner reinreden kann und darf und wird. Wo ich einfach sagen kann: Das kommt genauso raus, wie ich es gestern nacht um halb 5 eingeschrien, eingeweint, eingezaubert habe.

Musik ist immer dann gut, wenn das Gefühl stimmt. Wenn man eine starke Emotion beim Machen empfindet. Es ist die Qualität eines jeden Künstlers, das für andere nachfühlbar zu machen. Das macht den Künstler aus. Liebe. Hass. Wut. Traurigkeit. Zorn. Was auch immer. Das kommt durch alles durch. Der Rest – teure Technik, teures Abmischen, Video, Fotos und so weiter – das ist nur Beiwerk. Das rettet keine Musik ohne Gefühl.

Was ich machen will, ist die für mich geilste nur machbare Musik. Und die mache ich. Wenn viele Leute meine Lieder feiern – freut mich das. Wenn es kein einziger Mensch feiert -schade drum, aber ich ändere trotzdem meine Musik nicht. Wenn ihr aber das Zeug feiert, dann kommt mit. Es gibt viel zu tun.

Euer Pi

Quelle

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