Fat Joe – „The Darkside Vol. I“ (Review)

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Ein Jeder erinnert sich noch Bestens an das krude und etwas arg kalkulierbare „J.O.S.E. II“, welches selbst für Fat Joes Verhältnisse mit bisher ungeahnter Konsequenz den zum damals gegenwärtigen Zeitpunkt folgte und kaum mehr Joeys Wurzeln offenlegte, die des klassisch auf Hardcore gepolten Lines, direkt aus der Bronx. Die Folge waren unsäglich miserable Absatzzahlen, die Herrn Cartagena offenbar ordentlich den Kopf wuschen und wieder zur Vernunft kommen ließen. Denn kaum war das Album und die damit einhergehende Enttäuschung halbwegs verdaut, drang bereits die Nachricht ans Tageslicht, dass der dicke Joe sich wieder auf seine Stärken besinnt und bereits an etwas Neuem schraubt, das die Grundessenz des Joey Crack wieder beinhaltet und das Zeug zum Klassiker habe. Nun ist „The Darkside Vol. I“ draußen und es liegt an Joe die verstimmten Gemüter seiner Anhänger wieder freundlich zu stimmen.

Der erste Eindruck weiß zumindest zu überzeugen: die New Era tief ins Gesicht gezogen, den Mundwinkel leicht angezogen und das Tracklisting findet sich auf edlem Grund, das Rhyme Book Big Puns. Eine klare Botschaft, die mit dem von Scram Jones produzierten Intro auch aus musikalischer Sicht vermittelt wird. Keine zweieinhalb Minuten sind nötig, um Fat Joe in der eigenen Gunst um doch immerhin ein paar Plätze nach oben zu hieven. Auch das von Cool & Dre geschusterte „Valley Of Death“ fährt ordentlich ein, wenngleich der Titel weitaus düsterer klingt, als es letztlich der Fall ist. Ja selbst Just Blaze lässt für „I Am Crack“ O-Zone und Konsorten links liegen und widmet sich wieder handwerklich Ansehnlichem.

Natürlich wurde auch die Booth wieder mit Gästen geschmückt. Da wären die Clipse-Brüder und der wieder erstärkte Cam’Ron, mit welchen gemeinsam aus Sicht der Droge selbst erzählt wird („Kilo“). Young Jeezy, der mit seiner Performance auf „(Ha Ha) Slow Down“ weit die Erwartungshaltung an sein neues Werk nach oben schraubt auf einem Beat von Scoop Deville, der längst nicht nur dem Schneemann in die Karten spielt. Lil Wayne, der Auto-Tune kurzweilig im Schrank verstaut und zu guter Letzt Busta Rhymes, mit welchem ein ordentlicher Albumabschluss gefunden wurde, der mehr als klar geht.

Doch wo Licht ist, da ist in der Regel auch Schatten. Zwei Beispiele für weniger gelungene Tracks sind „No Problems“ mit Rico Love, den man noch von „J.O.S.E. II“ kennt und das mit R. Kelly bestrittene „How Did We Get Here“. Besonders Kelly bewies in seiner äußerst ansehnlichen Karriere bereits des Öfteren, wie gefährlich gut er mit Rappern harmonieren kann und gemessen an den Leistungen vergangener Tage wirkt dieser Track etwas blass, wenngleich gerade lyrisch alles andere als schlecht. Insbesondere bei Gegenüberstellung mit dem letzten Album, auf welchem er mitunter zu den besten Tracks gezählt hätte.

Dass „The Darkside Vol. I“ kein Klassiker wurde, ist demnach weniger Fat Joes Fähigkeiten am Mic zuzuschreiben, die er hierfür sogar wieder ordentlich aufpolieren konnte oder biederen Chart-Annäherungsversuchen. Sondern mehr der Tatsache, dass bei einer überschaubaren Länge von 12 Tracks schlicht alles sitzen muss und Ausrutscher ins Durchschnittliche schlicht bestraft werden müssen in der B-Note. Alles in allem aber ein großer Schritt zurück in die richtige Richtung, der Lust macht auf mehr (= Vol. II). Ordentlich.

darksidereview

1 Kommentar

  1. album ist okay, aber nicth jetzt das es man in 20 jahren noch sagen kann „das war musik vom feinsten“.

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