Pete Rock & Smif-n-Wessun – Monumental (Review)

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Was haben wir sie nicht lieb gewonnen, diese Kollaboalben, die uns immer wieder mit neuen Konstellationen erfreuen und schon in der Ankündigungsphase in Ekstase versetzen. Vorliegendes Album blieb da keine Ausnahme und sorgte schon im Vorfeld für sabbernde Mäuler, was dadurch bestärkt wird, dass beide Parteien, sowohl Produzentenikone Pete Rock, als auch Tek und Steele alias Smif-n-Wessun, musikalisch in einem doch recht ähnlichen Umfeld unterwegs sind. Entsprechend durfte man wohl alles erwarten, nicht aber einen grundlegend neuen, wegweisenden Sound, den man so noch nie zu Ohren bekam. Stattdessen hausgemachter BoomBap der New Yorker Schule, so gehalten, dass dabei ein klassischer, aber keineswegs langweiliger Sound herauskommt, der sich fernab jedweder Trends bewegt.

Ob der schöne wie stilechte Titeltrack, der die richtige Stimmung einfängt und auf alles Folgende einstimmt oder „That’s Hard“ mit den beiden P’s, namentlich Sean Price und Styles P, mit unglaublich gut gesetzten Streichern, hier hat Musik noch Hand und Fuß, Herz eben. „Top Of The World“ mit Marcy-Representer Memphis Bleek lässt sich so wohl kaum mit anderen Worten beschreiben, als wunderschön. Die Waffenbrüder leisten wie immer gelungene Arbeit und Pete Rock schraubt derweil die Bretter, die die Welt bzw. den Hörer bewegen. Insofern wirkt das steinere Cover fast schon befremdlich, steckt hier doch offenbar jede Menge Soul, Liebe und Leben dahinter. Doch darauf kommen wir später noch einmal zurück. Zunächst weiter im Text.

Zur Halbzeit zählt man ausschließlich gut ins Ohr gehende Stücke, die keinen Ausfall wahrnehmen lassen und zurecht das Logo der Qualitätsschmiede Duck Down tragen. Die zweite Hälfte beginnt mit „Fire“ nicht weniger gut, offenbart jedoch leider beim Konsum mit Kopfhörern bisweilen einen etwas unausgeglichenen Sound, der das Hörvergnügen ein klein wenig stört. Auch „This One“ ist nicht frei von Fehlern, die Hook, um es auf den Punkt zu bringen, schlicht nicht gut. Dort hört das kritisieren auf sehr hohen Niveau auf und spätestens mit Buckshot und dessen Auftritt auf „Night Time“ ist alles verziehen und vergessen. Grob, dabei unverkrampft und in der Summe schlicht an Perfektion grenzend.

Umso erstaunlicher ist es zu guter Letzt, dass es dem an Erfahrung reichen Trio in der letzten Kür, dem letzten Aufspielen, noch einmal gelingt, noch einmal alles aus sich heraus zu holen, um dem Hörer einen möglichst guten Abschluss zu bescheren. In solchen Augenblicken möchte man sich fragen, wieso Musik nicht immer derart schön sein kann, wieso es noch immer Alben gibt, die auf eine Hand voll radiotauglicher Singles aufbauen, wenn man stattdessen auch ein solch von vorne bis hinten funktionierendes Stück Musik erschaffen könnte und so dem der Zahn der Zeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weit weniger anhaben dürfte.

Möchte man „Monumental“ umschreiben, so nehme man sich lediglich dem Cover an, welches, wie sich nach dem Hören herausstellt, alles verrät, was der Hörer wissen muss. Auf den ersten Blick wirkt diese Veranstaltung, der Stil, den die drei fahren, hart und kalt, wie Stein. Doch bei genauem Hinsehen erkennt man hinter der steinernen Fassade das menschliche Wesen, welches darunter haust und mit lebensbejahenden Herzschlag und viel Liebe für die Sache den Blick auf das Wesentliche, die Musik, richtet. Kurzum ein Album, wie man es heute längst nicht mehr jeden Tag auf die Ohren bekommt und das will in Zeiten eines chronisch überschwemmten Marktes schon etwas heißen. Well done.

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