PA Sports – „Streben Nach Glück“ (Review)

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PA Sports, bekannt als eine Hälfte von SAW, veröffentlichte mit „Streben Nach Glück“ Anfang März ein achtzehn Stücke umfassendes Soloalbum, das zumindest auf den ersten Blick wenig aufregend erscheint. Das Cover wirkt wenig kreativ und zielt in die ‚Ghetto-Melancholie‘-Schublade, in der sich schon so viele Alben wiederfanden. Dagegen sprechen Features von Blockchef Silla und Tua, doch so richtig hohe Erwartungen hat man, zunächst jedenfalls, nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden und gerade im Bereich der Musik gibt es bisweilen Überraschungen gerade dort, wo man sie eben nicht erwartet, positiv wie negativ.

Und siehe da, ein hübscher Piano-Beat und erste, nachdenkliche Zeilen im gemeinsam mit Moe Phoenix vorgetragenen „Intro“ lassen erste Hoffnungssprossen keimen, dass es sich nicht um den üblichen Klatsch handelt. Direkt daran knüpft auch „Alleingang“ und ganz besonders „Mein Bilderbuch“ an. Hier beschreibt PA in sehr bildlicher Sprache seine Stadt und Eindrücke und zieht den Hörer damit in seinen Bann. So ist man nach der Anfangsphase überaus positiv überrascht, PA Sports rappt auf adäquatem Niveau, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Größtenteils persönlich und grüblerisch, hier und da aber natürlich immer auch mit der nötigen Ecke und Kante.

„Dank Dir“ bildet da keine Ausnahme und wenn selbst Tua auf „Ich Hasse Dich“ für ein Feature vorbeischaut, dann werden bereits Ansprüche hinsichtlich Qualität gestellt, die die Ruhrpott-Reutlingen-Kombo jedoch geradezu spielend erfüllen. Überhaupt birgt der mittlere Teil des Albums, der vor allem Frauen zum Thema nimmt, viel Unterhaltungspotenzial und lässt die anfängliche Skepsis unbegründet. Die Tracklist hat hingegen nicht zu viel versprochen, so dass auch das Silla-Gastspiel auf „Zeitmaschine“ mit zum Besten gehört, was man auf „Streben Nach Glück“ auf die Ohren bekommt.

Somit kommt man sich am Ende der Veranstaltung doch tatsächlich ein klein wenig schuldig vor, zunächst so wenig von PA Sports Album gehalten zu haben. Das Rad wird hier zwar naturgemäß nicht neu erfunden und wie langlebig das Ganze ist, bleibt abzuwarten, doch bleibt zu vermerken, dass der gute Mann seiner Linie treu bleibt und konsequent durchzieht. Diese muss man nicht zwingend mögen, aber spricht in jedem Falle für das Album und Sports und sollte doch zumindest für ein kurzes Reinhören reichen.

„Das Streben Nach Glück“ – kein epochales Meisterwerk für die Ewigkeit, aber ein durchweg sehr angenehm hörbares Album mit guten Texten, einem soliden Rapper und ebenso brauchbaren Instrumentalen. Das reicht nicht, um sich an die Spitze des Spiels zu heben, aber zur ohnehin längst vorhandenen Fan-Gemeinde wird sich mit Sicherheit der ein oder andere Neuling hinzugesellen. Was, unabhängig der Verkaufszahlen, als respektabler Erfolg zu werten sein dürfte. Positive Überraschung? Kann man so sagen.

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