PA Sports – Vom Glück Zurück (Review)

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Ziemlich genau ein Jahr ist es her, als PA Sports mit seinem Soloalbum „Streben nach Glück“ für einige positive Überraschungen sorgte. Nun ist der Rapper, der einst eine Hälfte des Rap-Duos SAW darstellte, „Zurück vom Glück“ und hat sage und schreibe zwanzig Stücke mit dabei, die dort weitermachen sollen, wo das Vorgängeralbum aufgehört hat. Sprich: gute Texte auf sauberen Instrumentalen, angereichert durch ausgewählte Features. Dieses Mal mit von der Partie: SAW-Kollege KC Rebell, Hamad 45, Hook-Veredler Moe Phoenix, Alpa Gun, Vega und das österreichisches Bushido-Pendant Nazar. Klingt alles viel versprechend und schürt einige Erwartungen, wie man sie ans vorherige Werk mitunter im Vorfeld nicht stellen wollte oder konnte.

In der Tat ist „Vom Glück Zurück“, trotz düsterter Grundstimmung, eine konsequente Fortführung dessen, was PA Sports zwölf Monate zuvor bereits für sich entdeckt hat. Bei ihm trifft eine ordentliche Portion Straße auf fast schon gefühlvolle Tracks über die positiven wie negativen Seiten der Liebe. In Stücken ausgedrückt heißt dies, dass es einerseits nüchterne Banger gibt, wie das auf derben an Dudelsack erinnernden Beat „Volles Magazin“ oder das nicht minder gut ausproduzierte „Pasozial 2“. Auf der anderen Seite Stücke wie „Eine Chance“, „Wahre Liebe 2012“ oder „Ich Such Dich“, die schon im Titel die Marschrichtung vorgeben und für die tiefsinnigeren Phasen des Albums stehen. Damit dabei kein zu verweichter Eindruck entsteht, fand auch ein Track namens „Sie ist eine Hure“ mit KC Rebell und Moe Phoenix als Feature – eine thematisch fragwürdige Angelegenheit, die sich jedoch als ausgesprochen gut arrangiertes Stück Musik erweist.

Sehr wohl wollend nimmt man auch eher ruhigere Stücke wahr, wie „Kickdown“. Hier spielt PA sein stimmliches Potential voll aus und verzichtet auf cooles Getue. Erwähnenswert auch „Schick mir ein Zeichen“, erneut mit Moe Phoenix an der Hook, welches das neuerdings wieder öfters zur Sprache kommende Thema der Abtreibung (siehe MoTrip) behandelt. Auf Seiten der Gäste schafft es vor allem Vega, mit seinem Part auf „Nur ein Tag“ mächtig Eindruck zu schinden, ohne die Beiträge von Nazar oder Alpa Gun schmälern zu wollen. Auf den ersten Blick lässt sich so außerordentlich wenig an vorliegendem Album bemängeln. Für handfeste Kritik muss man das Album schon als Ganzes betrachten und nicht Stück für Stück unter die Lupe nehmen. Dann wird schnell klar, wo die Schwächen von PA Sports liegen.

Die Rede ist von der Abwechslung. Zwanzig Stücke auf zwei Themenblöcke verteilt ist einfach zu wenig, zu dürftig, um von einer musikalischen Weiterentwicklung sprechen zu können. Entweder der Song für/über die Straße mit allerlei Straßenjargon im Sprachgebrauch oder aber vorhersehbar konstruierter Track über verflossene Liebe. Ein, zwei Ausnahmen gibt es (erwähntes „Schick mir ein Zeichen“ etwa), doch alles in allem gewinnt man bei der Masse an Stücken den Eindruck, immer wieder mit der gleichen Rezeptur bekocht zu werden. Schade, gäbe es doch so viel interessante Themen, die man PA Sports durchaus zutrauen würde, in Liedern zu verarbeiten. Hier sollte bis zum nächsten Album noch nach gebessert werden, spätestens dann aber darf man grobe Fehler in der Sache bei PA Sports mit dem Vergrößerungsglas suchen.

„Zurück zum Glück“ enttäuscht in keiner Weise und befriedigt die seit „Streben nach Glück“ gesteckten Erwartungen. PA Sports rappt auf ordentlichem Niveau über teils sehr gut produzierte Beats, bietet auf Dauer jedoch textlich zu wenig Abwechslung, um das Album auf längere Zeit im Gedächtnis des Hörers zu verankern. So ist auch Soloalbum Nummer zwei eine qualitativ gute, wenn auch kurzweilige Angelegenheit, bei deren Kauf man sicherlich keinen Fehler macht. Für den dritten Wurf muss dann aber endgültig mehr geboten werden, wenn PA Sports nicht im Mittelmaß der Dinge versinken möchte. Das Potential für mehr scheint nach wie vor vorhanden zu sein.

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