MAdoppelT – „Hybrid“ (Review)

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hybrid

Nachschub aus Wien! Direkt aus dem Herzen der österreichischen Hauptstadt kommt MAdoppelT mit seinem inzwischen dritten Langspieler nach den viel gefeierten und gern gehörten “Null Uhr” und “Plan Leben”. Dreizehn Stücke stark, nennt sich das Ganze “Hybrid”, ein vor allem durch die Automobilindustrie bekanntgewordenes, lateinisches Fremdword, das für etwas Gemischtes oder Gekreuztes steht. In vorliegendem Falle kreuzen sich vor allem die Wege zweier Produzenten. Zum einen Santo und zum anderen der unlängst zu den renommiertesten Produzenten des Alpenlandes zählende Brenk.

Es ist ein Album, welches zunächst durch seine Schlichtheit zu überzeugen weiß. Farblich sehr dezent gehalten im zeitlosen Schwarz-Weiß und mit nicht viel mehr auf dem Cover als, man möchte es kaum glauben, dem Künstler selbst. Luxuskarossen und barbusige Mädels? Fehlanzeige. Zum Glück. Stattdessen also MAdoppelT, dem die Kurzhaarfrisur weit besser zu Gesicht steht als der Lockenteppich von einst und mit großen Augen den Käufer erblickt. Nicht etwa ausladend oder in irgendeiner Form unsympathisch, eher darauf wartend in Aktion treten zu dürfen.

Kaum sind die Worte ausgesprochen/gedacht, geht es auch schon „Zurück In Die Zukunft“, einen von Santo mit zeitlosem Gewand versehener Opener, los. MAdoppelT pirscht sich dabei gewohnt versiert mit geschultem Flow voran und gibt die Marschroute vor. Diese führt geradewegs zur nächsten Party, die mit dem von Brenk erschaffenen „Zeig Mir Wo Du Bist“ sogleich regelrecht auseinandergenommen wird. Ein treibendes Instrumental, MAs Umgang mit den Zeilen und nicht zuletzt eine nicht von der Hand zu weisende Portion Wiener Charme machen das Stück zum Favoriten auf der nächsten Tour.

In der Folge zeigt sich eine weitere Stärke von MA, nämlich die Vielseitigkeit seines Wesens. Gerade eben noch das Schlitzohr, das dir ganz selbstverständlich die Flasche aus dem Kübel entnimmt, gibt es keine vier Minuten später bereits die hinterfragende, ernste und kritisch beäugende Seite zu bestaunen. „Luft“ ist dabei noch am Ehesten mit dem Adjektiv ‚bombastisch‘ zu beschreiben und zeichnet sich durch eine stimmige Hook von Lukas Hillebrand aus, welcher in der Folge noch zwei weitere Male in Erscheinung tritt und neben Juci und Thi Stylee die kompakte Gästeliste komplettiert.

Nächste Szene: „Lass Es Brennen“. Der Titel lässt es erahnen, handelt es sich hierbei um einen kleinen Song ans liebgewonnene Weed und die damit erreichbaren Höhen. Was sich dank entspanntem Auftreten und dem Beitrag von Reggae-Artist Thai Stylee auch für die drogenfreie Hörerschaft als echte Bereicherung der Playlist offenbart. Dort wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch „Ich Wünschte“ einfinden. Lyrische Rückblenden gepaart mit realitätsnaher Dramatik und ergreifender Ehrlichkeit ergeben summa summarum ein außergewöhnlich fesselndes Hörerlebnis.

Zwingend erwähnt werden sollte dann noch das „Lied ohne Name“, welches sich als angenehm unkitschiges Stück über die Liebe entpuppt und dank freigelassenem Platz in der Tracklist die Möglichkeit bietet, den Namen seiner/seines Liebsten ebendort einzutragen. Sowie das ausschließlich von Brenk erschaffene Ende in vorm der drei Tracks „Wünsch Dir Was“, „Vorbei“ und „Wer Weiss“. Fertig ist die ungemein unterhaltsame weil gehaltvolle Reise durch MAdoppelTs „Hybrid“.

Folgerichtig darf man ruhigen Gewissens behaupten, dass es dem Wiener auch mit seinem dritten Werk gelungen ist, den durch die Vorgänger bereits erklommenen Platz als Kritikerliebling nach wie vor für sich zu beanspruchen. Und dank der vielseitigen Stücke, unter denen wohl für jede Situation etwas passendes dabei sein dürfte, wird sich der Name MAdoppelT auch in Zukunft bei Hörern von lupenrein umgesetzten Deutschrap ins Gedächtnis brennen. Sollte man feiern, sowas.

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