Rap Pack – „Scheinwerfer“ (Review)

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Im Jahre 2011 ist es weder ungewöhnlich, von Rap aus Deutschland noch der Schweiz zu lesen. Beide Länder gehören seit geraumer Zeit zum festen Bestandteil der internationalen Hip Hop-Szenerie. Weitaus weniger verbreitet sind hingegen länderübergreifende Gruppenkollektive wie Rap Pack, wo sich Deutschland und die Schweiz in der Musik vereinen. „Scheinwerfer“ ist dabei das mittlerweile dritte Album der Gruppe und setzt damit dort an, wo ihr letztes Album „Aus der Dunkelheit“ endete. Achtzehn Stücke, ein bunter Haufen an Features und dem großen Auftritt auf der lichtdurchfluteten Bühne steht nichts mehr im Wege – Licht aus, Spot an.

Beginnend mit dem Titeltrack, der die aus Bielefeld stammende Toadie als Gastgespielin beherbergt, schlägt das Album von Beginn an in die Mut machende, positiv stimmende Richtung ein und setzt diese auch wenig später mit dem Schweizer Urgestein Black Tiger auf „Gib Nicht Auf“ fort. Aus der Dunkelheit ans (Scheinwerfer-)Licht, das Konzept wirkt wohl überlegt und konsequent umgesetzt, ohne damit allzu einseitig angestimmte Themenarmut ankreiden zu wollen (dagegen sprechen Tracks wie „Maybach“ oder „RP Baby!“).

Zu gefallen weiß auch „Flügel“, trotz des oft gehörten Samples („Sweet Dreams“ von Air Supply), das aber nach wie vor seinen Zweck erfüllt und für den Schuss Melancholie sorgt. Ganz anders „Hey Barkeeper“, ein unterhaltsamer, zum Bewegen animierender Track, der mit schönen Bläsern im Instrumental alles richtig macht und für eine gute Zeit sorgt. Groß im wahrsten Sinne des Wortes ist „Endlich Achtzehn“. Kling nach Musik vom Erwachsenwerden, bezieht sich jedoch auf die beachtliche Anzahl von gleich achtzehn Künstlern auf einem Beat.

„Du Lebst – Du Stirbst“ und „Nicht Alleine“ bilden zum Ende hin dann noch zwei gut gesetzte Schlusspunkte (unterbrochen vom eher mauen „Es Gibt Nichts“), ehe mit „Punkt“ dann tatsächlich vorbei ist und man allmählich zu einem Resümee gelangt, das in diesem Falle alles andere als einfach ist. Auf der einen Seite einige positive Aspekte wie das insgesamt angenehm unangestrengt wirkende Auftreten, das ordentliche Musik zur Folge hat. Auf der anderen Seite die auf Dauer eintönige Vortragsweise der Protagonisten sowie das Fehlen eines klaren, eindeutigen Höhepunktes, der sich während der Spielzeit besonders ins Gedächtnis brennt.

Am Ende ist „Scheinwerfer“ wohl ein Stück Rapmusik, dass qualitativ nie unterdurchschnittlich wirkt, aber auch nur spärlich Akzente setzt, die es zu etwas Großem machen. So ist es wohl am Ehesten für die geeignet, die nicht auf der Suche nach harten Beats und aggressiver Vortragsweise sind, ein Faible für gesungene Hooks haben (davon gibt es hier nämlich reichlich) und einfach gerne mal Rap hören, der sich nicht zu sehr aufdrängt. Hört sich nun schlimmer an, als es ist, kann in den richtigen Momenten jedoch auch genau das Richtige sein. Allerdings eben nur dann.

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