MontanaMax & Shiml – „Generation Null“ (Review)

1

Es liegt schon ein paar Augenblicke zurück, als das letzte Mal über Veröffentlichungen von Max bzw. Shiml gesprochen wurde. Anfang 2009 erschien Shimls bis dato letztes Soloalbum und auch „Maximilian“ liegt schon etwas zurück. Umso erfreulicher sehnte man sich nach „Generation Null“, dem gemeinsamen Projekt der beiden Kollegen und Freunden, die sowohl innerhalb wie außerhalb der Booth harmonieren. Über Selfmade Records presste man zwölf Stücke auf einen Silberling und schuf ein kritisches, nachdenkliches Werk, gespickt mit Wahrheiten anstelle von hochpolierten Images und (Wahn-)Vorstellungen.

Auf „So Wie Ihr“ stellen sich die beiden somit als bodenständige Charaktere hin, die sich nicht von ihrer Hörerschaft abgrenzen wollen oder sich gar für etwas Besseres halten. Sympathisch fand man beide seit jeher, dennoch nimmt man ein solches Werk dankend als Einleitung an, ehe mit „Randale“ und „Generation Null“ mit Marsimoto die ersten mit Kritik am aktuellen Umstand angereicherten Stücke folgen. Zwei gut zu unterscheidende Stimmen, ein Könner als Produzent (The Gunna, der nahezu das gesamte Album allein produziert hat) und der Einstand ist bestens geglückt.

„Lass Mich Los“ ist ein sich den Drogen widmendes Werk, welches sich immer wieder hin- und hergerissen fühlt von den (Neben-)Wirkungen des Konsumes und fordert den Hörer während des Hörens dazu auf, sich selbst eine eigene Meinung zum Thema zu bilden. Interaktives Zuhören anstelle von bloßer Meinungsvorgabe, wenn man so möchte. Unbedingt erwähnenswert auch „Zwölfzehn“mit zwei Features aus dem Pott, wie man sie nicht alle Tage liest. Zum Einen Too Strong aus Dortmund und zum Anderen ein musikalisches Lebenszeichen von Flipstar, der noch immer einen begnadeten Umgang mit dem Mic pflegt.

Wer nur halbwegs in Erdkunde aufgepasst hat, weiß bereits beim Durchgehen der Tracklist, welches Thema „82 Millionen“ zu Grunde liegt, weshalb das Ganze beim Hören dennoch längst nicht zur vorhersehbaren, langweiligen Angelegenheit verkommt und mit „Scherben“ findet „Generation Null“ nach kaum Anlass zur Kritik gebender Spielzeit ein hochklassiges Ende. Und dank der teils inhaltlichen Tiefe (verglichen mit handelsüblichen Poser-Tracks), hat man auch nicht das Gefühl, für den bezahlten Preis zu wenig Leistung erhalten zu haben.

„Generation Null“ ist ein kompaktes und von vorne bis hinten geschlossenes Werk, das vor allem als großes Ganzes funktioniert und dank guter Produktionen zum wiederholten Hören einlädt. MontanaMax und besonders Shiml unterstreichen dagegen weiter, dass sie ihr Handwerk verstehen und das Medium Rap zu mehr nutzen, als zur bloßen Selbstdarstellung. Rap mit Ausdruck und einer ordentlichen, nicht überstrapazierenden Menge Inhalt, wie man sie dieser Tage längst nicht regelmäßig bekommt. Sollte man auf seiner Liste haben.

genullreview

1 Kommentar

Leave A Reply