Marco Polo & Ruste Juxx – „The Exxecution“ (Review)

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Es ist mal wieder an der Zeit, den kaum mehr ertragbaren Pathos vergangener Tage zu nutzen, um mit ihm den Einstieg in ein aktuelles Albums der heutigen Zeit zu begehen. Erinnern wir uns also an eine Zeit, in der Rap, insbesondere aus den östlichen Gefilden der USA, für die rohe Energie und Härte stand und schon beim bloßen Hören den Adrenalin-Spiegel nach oben trieb. Bevor der finanzielle Aspekt mehr und mehr zunahm und die fürs Radio freundlich zurecht gestutzte harte Seite dem weichgespülten Charme von Boygroups und Co. wich. Ein Glück, möchte man also meinen, dass es noch Menschen wie Marco Polo oder Ruste Juxx gibt, die gemeinsam über das ohnehin für ihre bodenständige Art bekannte Label Duck Down den ruffen Sound, zumindest für zwölf Tracks lang, zurückbringen.

Während Marco Polo sich unlängst durch sein „Port Authority“ und der Zusammenarbeit mit Torae im letzten Jahr etwa einen Namen als Beatbastler der raueren Sorte machen konnte, nahm man Ruste Juxx bis zuletzt als nur spärlich beschriebenes Blatt wahr, dass in erster Linie davon profitierte, dass ein gewisser Sean Price dessen erstes Solowerk präsentierte. Nun also die Zusammenkunft jener harten Hunde, die sich für ihr munteres Scharmützel Gäste wie DJ Revolution, Black Moon, Freddie Foxxx, sowie Sean Price und Rock (jeweils auf separaten Tracks) geladen haben. Und schon steht einer kurzen, rot gefärbten Orgie nichts mehr im Wege.

Bereits „Death Penalty“ kann als Vorreiter des gesamten Albums dienen. Der Beat ist raw und energisch und Ruste Juxx‘ Stimme ebenso unaufdringlich wie unangenehm, so dass in der Summe ein hübsches Stück Musik herauskommt, das allgemeinhin in die Sparte „Hardcore Hip Hop“ getütet wird. Eine Bezeichnung, die wohl auch Black Moon gefallen dürfte, welche auf dem überaus grandiosem „Let’s Take A Sec“ für wohlige, nostalgische Gefühle sorgen, die beleben. Schön, wenn sich hier etwas tut, bei dem sich keiner der Akteure hinter Auto-Tune o. ä. versteckt und den Hörer mal wieder ganz nah am Geschehen teilnehmen lässt.

Dass Ruste selbst beileibe kein geschwächtes Selbstbild von sich selbst mit sich trägt, beweist dieser auf „Nobody“, welches mit reichlich Selbstbewusstsein bestückt ist und weitere Pluspunkte einfährt. Und während auf groß nennenswerte Aussetzer verzichtet wurde, besticht das Album durch die konstant gut einfahrenden Beats und diese bereits umschriebene, raue Atmosphäre, die sich so heute wahrlich nicht mehr auf jedem Release wiederfindet. Im Zusammenspiel mit den sich harmonisch ins Gesamtbild einfügenden Gästen demnach eine wirklich schöne, wenn auch nicht zwingend langlebige Sache, wenn es mal wieder etwas Deftigeres sein darf.

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