Rakim – „The Seventh Seal“ (Review)

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Rakim – The Seventh Seal

Größe, Langlebigkeit und allgegenwärtiger Respekt – wer träumt nicht davon? Bereits in der tiefsten Vergangenheit des menschlichen Lebens waren diese drei Punkte existent und sie sind es noch heute. Wenngleich es heute, ohne Eroberungsfeldzüge, Belagerungen und dergleichen wesentlich schwerer ist, seinen Namen in Stein zu meißeln, wo dieser die Jahrzehnte heil übersteht. Einer, der es geschafft hat, sich fest in den Analen des Hip Hops bzw. auch darüber hinaus zu verankern ist Rakim. Eine lebende Legende, die unvergessliche Klassiker erschuf, nie den Bezug zu seinen Wurzeln verloren hat und selbst nach über zwanzig Jahren „Paid In Full“ mit neuem Material aufwartet. Schließt den Mund, spitzt die Ohren und hört gut hin, der Meister spricht.

Wie mittlerweile schon weitverbreiteter Usus, sah man auch „The Seventh Seal“ nicht frei von Zweifeln entgegen. Fragen kamen auf, etwa ob ein alter Mann wie Rakim es überhaupt noch fertig bringe Qualität auf Albumlänge abzuliefern. Diese Fragen sind berechtigt, schließlich gab es schon genügend etablierte Künstler, die ihren Ruf mit schlechtem Material nachhaltig ruinierten. Dennoch übersah man gerne mal, dass Rakim einst zum God MC auserkoren wurde, ein Titel, der wahrlich Bände spricht. Zeit also, sich den 14 neuen Stücken zu widmen, die einen Eindruck davon vermitteln sollen, was reimtechnisch dieser Tage noch so geht.

Los geht es wie in der Schule. Der Hörer sitzt gespannt an seinem Platz und blickt im Geiste nach vorne zum Lehrer, der in unserem Beispiel kein langweiliger Theoretiker ist, sondern Rakim Allah, welcher mit „How To Emcee“ die erste Lehrstunde bestreitet. Auf einem ungehobelt rohem Instrumental wird so auch der schläfrigste Schüler wach und richtet seinen Aufmerksamkeit auf das Geschehen. Das wird belohnt mit einem gelungenem „Walk These Streets“, das mit Maino als Feature auch als Single fungierte und kalt wie New Yorks Straßen im Winter sauber einfährt.

Mit für New Yorks Klangbild typischem Piano wurde dann auch die lyrische Geschichtsstunde „Documentary Of A Gangsta“ inszeniert. Atmosphärisch dicht gibt Rakim den Erzähler, der detailliert mit seinen Worten begeistert. „You And I“ lässt auf ein obligatorisches Schnulzenlied schließen, entpuppt sich jedoch als üppig ausgestattetes Bass-Geschoss, was zunächst ungewohnt wahrgenommen, mit der Zeit jedoch durchaus zu gefallen weiß. Und das von Nick Wiz produzierte „Holy Are U“ fesselt bereits von der ersten Sekunde an. Bis hierhin also eine wirklich unterhaltsame Angelegenheit, die Laune macht.

Dem Ende hin nimmt die Faszination für den God MC zwar minimal ab und Tracks wie „Satisfaction Guaranteed“ oder „Working For You“ lassen sich „nur“ als grundsympathische, locker ins Ohr gehende Tracks umschreiben. Wenn dann aber Rakims Tochter für „Message In The Song“ mitwirkt oder „Still In Love“ ertönt, ist man wieder Feuer und Flamme. Daran ändern letztlich auch ein paar austauschbar eingespielte Tracks („Won’t Be Long“, „Psychic Love“) nichts.

Objektiv betrachtet ist Rakim somit ein gelungenes Release geglückt, das selbstverständlich nicht annähernd so hohe Wellen schlagen wird wie Ende der Achtziger, aber dem Hörer ein paar gern gehörte Momente beschert, inklusive eines Samples von No Doubts „Don’t Speak“. Runde Sache.

Texte :                     3.5/5
Produktionen :          3/5
Gesamteindruck :  3.5/5

5 Kommentare

  1. du hast es mit deinem review auf den punkt gebracht, aber den track „wont be long“ find ich ziemlich gut. ansonsten bin ich deiner meinung.

  2. bin mir nicht sicher ob ich mir das holen soll…bin eig ein großer fan vonnm rakim…ma schauen…

  3. für mich gehört er zu den besten rappern und ich hoffe er macht noch weiterhin musik.

    gruß
    john

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