Interview mit Marsimoto aka Marteria

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Ein wenig noch und Marsimotos zweites Album „Zu Zweit Allein“ ist in den Läden erhältlich.
Doch bevor es am 17.10 Release hat, hat Marsimoto noch ein kleines Interview gegeben:

Was hat dich nach Berlin gezogen?
Man lebt in dieser Stadt den Rap. Es gibt hier die meisten Crews und Gangs. Aber generell ist es die Musikhauptstadt überhaupt. Wenn du es in Berlin geschafft hast, hast du es in Deutschland geschafft.

Du hast gerade dein drittes Album bei FOUR Music produziert. Was ist anders? Was ist besser geworden?
Wir sind professioneller geworden und man kann sich endlich Wünsche erfüllen. Wir können uns nun ein gutes Video und gute Produzenten leisten. Das geht einher mit einem guten Mastering, gutem Mischen und guten Features. Es stehen mehr Türen offen bei so einem Label. Wir arbeiten dennoch selber, produzieren unsere eigenen Videos und suchen uns die Leute aus, mit denen wir arbeiten wollen.

Erkläre bitte den Albumtitel „Zu Zweit Allein“.
Die Stieber Twins haben einen Track namens „Allein Zu Zweit“ und sind Zwillinge. Ich hingegen bin alleine, habe aber zwei in mir. Außerdem ist es ein gutes Wortspiel. Ein Marsimoto-Album ist gleichzeitig auch immer ein Marteria-Album. Wir wechseln uns stimmlich und von der Thematik ab. Du hast halt immer zwei Acts mit zwei komplett verschiedenen Ansichten vom Leben. Es ist ganz spannend, diese zwei Meinungen zu sehen.

Du warst mit deinen letzten beiden Alben ziemlich erfolgreich, was ist dein Ziel mit „Zu Zweit Allein“?
Marsimoto noch größer machen. „Zu Zweit Allein“ ist natürlich ein reines Gimmick-Album, Marsimoto ist ein Gimmick an sich. Das ist etwas für Liebhaber und ein Evergreen. Man kann Leute aus verschiedenen Musikrichtungen mit diesem Album einfangen, es gibt bei diesem Album komplett keine Regeln.

In deinem aktuellen Video „Todesliste“ disst der Protagonist Jake Hate andere Rapper wie auch dich selbst. Warum?
Ich habe mir gedacht, das ist gerade Thema. Was in den Rap-Foren momentan abgeht, macht die Musik kaputt und macht es uncool, mittlerweile HipHopper zu sein. Es hat Spaß gemacht, aus dieser Randgruppe zu agieren. Nun ist HipHop die Hauptjugendkultur, die verdummt. Man sollte den Spaß zurückbringen, an das Gute glauben. Es ist mein persönlicher Abschluss zu dem Thema, wie man sich kaputtmachen kann. Es sollte wieder in eine andere Richtung gehen.

Auf deinem neuen Album ist auch Sido mit einem Track vertreten. Wie kam dies zustande?
Ich habe in ein paar Interviews gelesen, dass er mich feiert und meine Musik gut findet. So haben wir den Kontakt gesucht, und eine Woche später kam er, trotz Stress mit den Popstars-Castings, extra nach Berlin geflogen. Es hat Spaß gemacht, er ist ein interessanter Gegensatz zu den anderen Leuten, die auf dieser Platte gefeatured werden.

Wer ist deiner Meinung nach der authentischste deutsche Rapper?
Authentisch ist der Rapper, der nichts vorgibt. Der nur das erzählt, was er wirklich lebt. Natürlich übertreiben viele. Das haben schon Run DMC oder die Beastie Boys gemacht. Es gab schon immer so ein bisschen Posen und so ein bisschen Prollen. Aber damit haben sie Wände durchbrochen. Es sind alle authentisch, denen man’s abnimmt. Also ich bin’s nicht. (lacht)

Wie wird sich der HipHop in der nächsten Zeit mittelfristig entwickeln, mit oder ohne Marsimoto aka Marteria?
Also ich glaube, mit Marteria und Marsimoto wäre es gut. Es ist anders, es wäre eine Art Fluchtweg. Ohne uns wäre es natürlich stinklangweilig, alles viel zu berechenbar. Das ist furchtbar, wenn Musik berechenbar ist. Aber es gibt auch andere gute Künstler. Die Frage ist nun, ob der Markt sich von alleine gesundreinigt oder komplett kaputtgeht. Das wird man sehen. Es gab schon immer gute Leute, die aber ihre Platten nicht verkauft bekommen haben und dann in der Versenkung verschwunden sind, obwohl sie künstlerisch auf einem hohen Level gearbeitet haben. Das ist schade. In der Musikszene, besonders im Elektro- und HipHop-Bereich, kacken die Verkaufszahlen grad extrem ab. Da muss man sehen, inwiefern die Labels da noch investieren wollen.

Was sagt eigentlich deine Mutter zu deiner Karriere?
Meine Mutti ist natürlich super stolz. Sie verfolgt alles, die Startseite auf ihrem PC ist unsere Labelseite. Beim Vorspielen des Marsimoto-Albums habe ich natürlich an der einen oder anderen Stelle gehüstelt. Sie ruft mich an, wünscht mir viel Glück und kommt zu Konzerten.

Quelle

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