Method Man, Ghostface Killah and Raekwon – „Wu Massacre“ (Review)

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Wu-Massacre Cover

Was sagt man dazu. Drei Jahre nach dem für geteilte Meinungen sorgenden „8 Diagrams“ und gestärkt von einem „OB4CL2“ schickt sich ein Drittel der Ur-Besetzung des Clans auf, um die Massen aufs Neue zu begeistern. Im Bezug auf das tolle Artwork und den verheißungsvollen Titel gelingt dies bereits noch vor dem ersten Hördurchlauf und weckt die Neugierde. Dies allein rechtfertigt einen Kauf gewiss noch Lange nicht, jedoch die Zeichen standen schon schlimmer und man hat noch immer nicht das Gefühl, als hätten die Jungs ihr gesamtes Pulver bereits in der Vergangenheit verschossen.

Den ersten Dämpfer findet man dann aber schneller als gedacht – die Trackliste. Nicht nur blickt man dort auf gerade einmal happige 10 Stücke plus zwei Skits. Nein, darüber hinaus fällt auf, dass die Arbeitsaufteilung des Trios offenbar nicht ganz korrekt ablief. So liest man Ghostface auf nahezu jedem Track, während Raekwon sich weitaus seltener die Ehre gibt um ein paar Verse zu droppen. Ein herber Rückschlag, da doch gerade Rae nach seiner überaus gelungenen Dealer-Fortsetzung in bestechender Form auftrat. Die Flinte verführt ins sprichwörtliche Korn zu werfen, dazu besteht nichtsdestotrotz kein Grund.

Also legt man das „Wu Massacre“ ein und schon „Criminology 2.5“ zündet auf Anhieb mit vollzähliger Anwesenheit. Auch Allah Mathematics‘ „Mef Vs. Chef 2“ überzeugt mit messerscharfen Reimen von beiden Seiten, findet aber ein allzu jähes Ende – symptomatisch fürs Album? In jedem Falle weißt auch das von Ty Fyffe inszenierte „Smooth Sailing Remix“, mit Solomon Childs und Streetlife, durch mitreißende Energie im Beat zu gefallen. Kurz vor Halbzeit darf dann RZA Hand anlegen und tappt damit ins Leere. Zum einen wirkt „Our Dreams“ für ein Massaker doch arg gehemmt, zum anderen kann es beim Benutzen von Kopfhörern mitunter zu schmerzhaften Momenten kommen. Unsaubere Abstimmung beim Mastering?

Die zweite Hälfte wird ergänzt durch einige Gastbeiträge aus dem direkten bzw. näheren Umfeld. Neben Inspectah Deck beispielsweise Sun God und Trife. Ja sogar der als Schauspieler und Komiker bekannte Tracy Morgan schaut auf einen Abstecher vorbei, wen auch nur um eines der beiden Skits zu besorgen. Ansonsten hebt sich Ghostface‘ Solotrack „Pimpin‘ Chipp“ positiv hervor und auch „Miranda“ beweist erneut, wie viel Potential in dem Projekt steckt, wenn denn alle drei tatschlich auf einem Track zu hören sind. Die Tatsache, dass dies jedoch nur unzureichend der Fall ist, kann dann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier zwar einiges Brauchbares abgeliefert wurde. Zugleich im selben Moment noch eine Menge Potenzial in Staten Island liegen gelassen wurde.

Alles in allem eine höchst prekär einzuschätzende Veröffentlichung, die einen da in hübscher Optik anlacht. In der Grundbasis solide, bei genauerer Betrachtung deutlich zu kurz, wird dennoch jeder Wu-Anhänger beherzt zugreifen. Unschlüssige sind hingegen besser damit bedient, vor dem Kauf in die Tracks rein zu hören, um so bei dem doch arg fragwürdigen Preis/Leistungs-Verhältnis (aufgrund der kurzen Spieldauer) auf Nummer Sicher zu gehen.

massacrereview

4 Kommentare

  1. Gut, dass man jetzt auch selbst voten kann. ;)
    Zum Album: Kein Ahnung. Hab ich nicht. Brauch ich nicht unbedingt.

  2. Ich finde in der Review ist zuviel eigene Meinung, sollte das ganze nicht etwas objektiver geschrieben werden? Allgemeine Review oder nicht? Oder etwa nur eure Meinung dazu?

    Ist mir auch schon bei den anderen aufgefallen. Naja ist nur ein Verbesserungsvorschlag.

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