Telly Tellz – „Mischlingskind“ (Review)

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mischlingskind

Nachdem Labelkollege Nate57 in diesem Jahr bereits beachtliche Lorbeeren für sich und das noch vergleichsweise junge Label Rattos Locos einheimsen konnte, folgt mit Telly Tellz und dessen Mixtape „Mischlingskind“ der nächste Release. Dass der gute Mann alles andere als untalentiert ist, bewies er so unter anderem bereits auf Nates Album und legt nun mit fünfzehn Tracks ein ambitioniertes Mixtape vor, dass seinen Namen in die Welt hinaus tragen soll. Mit dabei sind gute Bekannte wie Reeperbahn Kareem, Boz, Babacan und natürlich Nate57. Kommen wir also ohne große Umwege zur Sache, der Musik.

Schon kurz nach dem ersten Einlegen wird man mit an britischen Grime erinnernden Beats konfrontiert, die im vorliegenden Falle jedoch alles andere als unpassend wirken. Es erweckt viel mehr den Eindruck, als habe Telly Tellz nie etwas anderes gemacht, als Beats wie „Countdown“ bzw. „Hamburg“ zu berappen. Tatsächlich ist die Palette von Tellys Repertoire weit abwechslungsreicher. Schon „Drehn Ab“ mit Nate57 ist ein als klassisch einzuordnender Track, während „Dinge Ändern Sich“ nicht nur vom Titelnamen her an Bushidos filmisches Debüt erinnert, sondern zunächst auch vom Beat her an den prominenten Berliner erinnert, was in diesem Falle jedoch positiv zu verstehen ist.

Ein echtes Highlight ist „Die Wahrheit Tut Weh“ mit Boz, das durch seine Kompromisslosigkeit mit beachtlicher Konsequenz ins Ohr geht und die große Stärke von Telly Tellz hervorhebt: das glaubhafte Schildern vom Leben in seiner Gegend plus eine gesunde Portion Straßenkredibilität ohne übermäßiges Übertreiben. Gepaart mit den drückenden Instrumentalen ist in der Regel schon nach der ersten Strophe alles klar. Oben drauf gibt es Songs wie „Mischlingskind“ und „Seh Zu Wo Ich Bleib“, die durch ihre besonnenen Texte angenehm abheben und für etwas Abwechslung sorgen.

Zwar ist „Mischlingskind“ lediglich ein Mixtape und als solches nicht überzubewerten, doch erreicht es sein Ziel und macht Lust auf mehr Material von Telly, dem man ein Talent zum Reimen definitiv nicht absprechen kann. Während sich im selben Moment Rattos Locos weiter zu einem der interessantesten Labels der Jetzt.-Zeit mausert. Somit hält man ein überdurchschnittliches Mixtape in den Händen, das seinen Preis wert ist und einen Rapper zeigt, der in der Lage ist, künftig noch so manches zu bewegen. Alleine aus diesem Grunde schon sollte man sich „Mischlingskind“ einmal zu Gemüte führen.

2 Kommentare

  1. von den rattos locos kann man echt viel erwarten.. telly tellz, nate, boz.. überzeugen alle bisher. wurde mal zeit dass sich was ändert in der szene

  2. @hardy:

    seh ich auch so, leute reden über den lächerlichen kolle & laas, die sich durch ihren kinder beef mit bildchen & shirts nur blamieren,
    aber die wahren lines kommen von rattos locos.
    ich war begeistert von telly’s mixtape, da wächst was großes heran!

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