Vinnie Paz – „Season Of The Assassin“ (Review)

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Bald zwei Dekaden im Spiel, davon allein über 10 Jahre als stimmliche Abrissbirne von Jedi Mind Tricks, etliche Beteiligungen an weiteren Projekten (Army Of The Pharaohs, Outerspace), sowie Gastparts auf zahlreichen Alben. Vinnie Paz ist bei bestem Willen kein Neuling mehr im Spiel und weiß wie der Hase zu laufen hat. Und dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, erscheint mit „Season Of The Assassin“ das erste Solo-Album des Pazmanian Devil, wie sich dieser gerne nennt. Ohne Jus Allah als Partner am Mic, ohne Produktionen von Stoupe The Enemy Of Mankind, dafür aber mit jeder Menge anderer namhafter Beteiligungen. Eine stilistische Abkehr vom Altbekannten also?

Mitnichten. Vinnie Paz lässt es gewohnt brachial zur Sache gehen, was naturgemäß an seiner doch äußerst beeindruckenden Stimmlage liegt, als auch an den aufs Leib gezimmerten Beats. Wenn Deutschlands Exportschlager Shuko etwa für „Beautiful Love“ die harten Drums auspackt, dann kommt zusammen, was zusammen gehört. Selbiges lässt sich wohl auch über die Kollabo mit Jakk Frost und Freeway auf „Pistolvania“ sagen. Die Schnellspur und Gedankentricksers, zwei der wohl charismatischsten Stimmorgane im Spiel, treffen aufeinander – liest sich nicht nur groß klingt auch so.

Sicknature und DJ Muggs sorgen für ordentlichen Piano-Einsatz, ganz wie sich das für Alben von der Ostküste gehört und selbst das Beat-Genie schlechthin, Madlib, sorgt – etwas überraschend – mit „Aristotle’s Dilemma“ für einen echten Höhepunkt der Platte, bei der vor allem Vinnie Paz die zum Teil doch deutlich formulierte Kritik der letzten JMT-Veröffentlichungen ablegt und sich ausgesprochen stark gibt. „Kill ‚Em All“ mit dem Broad Street Bully Beanie Sigel Höchstselbst kommt Stoupes Form der Kunst derart Nahe, dass man für einen kurzen Moment fast vergessen könnte, es mit Vinnies Soloplatte zutun zu haben.

Ein weiterer erwähnenswerter Eckpunkt ist „Keep Movin‘ On“, welches durch versöhnliche Reime auch im Klangbild für etwas Abwechslung sorgt und der wie gewohnt wild um sich reimende R.A. The Rgugged Man auf „Nosebleed“, der dem werten Paz stellenweise gar die Butter vom Brot nimmt. Sowie das von 4th Disciple produzierte „Washed In The Blood Of The Lamb“, auf welchem sich Vinnie ganz in seinem Element gibt, was auch positive Auswirkungen auf das Hörvergnügen Dritter zur Folge hat.

Zwar durfte man im Vorfeld vor allem aufgrund des Fehlens von Stoupe die Qualität des Ganzen in Frage stellen. Doch gerade hier hat es Vinnie Paz geschafft mit einer ganzen Riege an Top-Produzenten (unerwähnt blieben etwa die Beatminerz, Fizzy Womack, Bronze Nazareth & Lord Finesse) aus dem gewohnten Soundgefilde zu entfliehen, sich in gut dosierter Weise auf weniger plattgetretene Pfade zu wagen, ohne alteingesessene Fans vors Horn zu stoßen. So dass man nach dem offen vorgetragenen „Same Story (My Dedication)“ weder das Gefühl hat, ein JMT-Album gehört zu haben, noch einen abseits taumelnden Tazmanischen Teufel.

Vieles spricht für „Season Of The Assassin“: der wieder erstarkte Paz, die fast durchweg gelungenen Produktionen von Könnern ihres Fachs, Gastbeiträge, die sich gut einfügen (Ill Bill, Paul Wall (!), Block McCloud) und überhaupt ein rundum gut gemachtes Auftreten. Einziges Manko ist, wenn man es überhaupt als solches auslegen kann, gerade die oft genug erwähnte Stimme von Paz. Im ersten Moment noch fesseln und brachial, entwickelt sich das Zuhören im Laufe eines ganzen Albums schon mal zu einer kleinen Motivationsübung. Abgesehen davon, kann Vinnie Paz wirklich sehr stolz auf sein erstes eigenes Werk blicken. Ansprechend.

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1 Kommentar

  1. gutes review mir gefällt das album wie alles in was vinnie paz bis jetzt involviert war.ich finde es gut dass ihr auch sachen vom underground rap postet es wäre cool wenn ihr auch von zb jedi mind tricks, aotp, immortal technique, east coast avengers etc. neue songs und so posten würdet.peeace

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