La Connexion – „Entre Rap Francais Et Deutschrap“ (Review)

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Viel wurde im Vorfeld über dieses wunderbare Projekt berichtet, das die deutsche mit der französischen Rapszene verbinden möchte. Eine Idee, die in der Vergangenheit schon das ein oder andere Mal umgesetzt worden ist, aber selten mit einer derartigen Liebe zum Detail und ähnlich viel Hingabe. Denn was Bodensee Records für „La Connexion“ auf die Beine gestellt hat, ist wahrlich aller Ehren wert. Nicht nur eine CD mit achtzehn Tracks, bei der eine Vielzahl großer Namen aus Frankreich und Deutschland zu Worte kommt. Nein, sogar eine zweite CD mit allen Instrumentalen sowie zwei Acapellas ist im Paket enthalten und eine schön gefüllte DVD. Ach ja und da wäre dann ja noch der Gutschein für ein Gratis „La Connexion“-Shirt.

Was Aufmachung und Umfang angeht, gibt es also absolut nichts zu meckern und kritisieren. Stellt sich nun natürlich die Frage, wie es sich mit der darauf enthaltenen Musik verhält. Lieblos zusammengewürfeltes Durcheinander möchte letztlich ja auch niemand haben. Da beruhigt einen jedoch fürs Erste das stimmige „Intro“, das mit zahlreichen Cuts auf Französisch und Deutsch für die richtige Atmosphäre sorgt, ehe Mindens Finest Curse gemeinsam mit Akhenaton verkündet „Yes We Can’t“. Gleich eine der namhaftesten Kollabos zu Beginn also, die, fast schon wie erwartet, gut wurde und einen gelungenen Start ermöglicht.

Ohne Umschweife kommt man anschließend zum Highlight des Samplers, „Phoenix“. Was vom Titel her am Besten zu Azad passen würde, berappt der ebenfalls aus der Nordweststadt kommende Jeyz gemeinsam mit Freeman. Ein toller Beat, der die französische Betonmelancholie hervorragend einfängt und Jeyz‘ Stimme sehr schön zur Geltung kommen lässt. Eine harmonische Angelegenheit ist auch das Aufeinandertreffen von Baba Saad und Sat, die sich gut ergänzen und die Kollabo Azad & Rim’K, welche sich treffend mit ‚groß‘ umschreiben lässt und viel zu schnell zu Ende geht.

Erwähnt werden sollte auch das deep aufgebaute „Briefwechsel“, für das Jonesmann und Bakar die Stifte in die Hand nahmen. Dezent mit Gitarre untermalt, darf gewichtig ins Mikrofon gereimt werden, wie man es von den beiden Interpreten kennt und liebt. Stark gibt sich auch Marteria auf „La Haine“ mit Kennedy bzw. Chaker auf „F+++ Die Strasse“, während Olli Banjo die tiefmelancholischen Streicher von „Politik“ garniert. Den letzten Pluspunkt bekommt dann noch Savant Des Rimes, welcher an der Seite vom King Of Rap eine beachtlich gute Figur abgibt und auch mal kurz ins Deutsche wechselt.

Zwar kann nicht jeder der achtzehn Tracks und Beats in überdurchschnittlichem Maße überzeugen. Ebenso wie Haftbefehl nach wie vor starke Geschmackssache ist (wenn hier auch ganz ordentlich am Tun). Im großen Ganzen aber ist es erfreulich, dass sich viele namhafte und stilistisch unterschiedliche Charakter (Curse, Massiv, Marteria) zusammengefunden haben und somit für jeden etwas dabei sein dürfte. Ganz zu schweigen vom Wert des Projektes für das innereuropäische Rapverständnis.

Texte :                     3.5/5
Produktionen :          3/5
Gesamteindruck :     4/5

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