Der TIDAL Coup: Kanyes Masterplan von HHH aufgedeckt

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Der „Gott der Musikwelt“ wird so sehr kritisiert, wie noch niemals zuvor. Auch wenn Kanye West schon immer eine kontroverse Figur in der Musikwelt und darüber hinaus gewesen ist, so scheint er in letzter Zeit völlig irre geworden zu sein.

In den letzten Wochen habe ich, als Hiphopholic-Autor jeden seiner Schritte verfolgt. Darüber hinaus habe ich jeden Schritt anderer Künstler und Unkünstler verfolgt, die mit dieser Geschichte scheinbar und weniger scheinbar verbunden waren. Auf seltsame Weise entwickelte sich bei mir ein Gefühl, das Detektiven und Verschwörungstheoretikern nur allzu bekannt sein müsste.

Wie Agent Mulder, der neuerdings wieder Gast im abendlichen TV-Programm ist und sowohl Detektiv, als auch Fanatiker ist, verließ mich nicht das Gefühl, dass die Wahrheit irgendwo da draußen ist. Es dauerte nicht lange, bis ich sie fand.

Statt euch lange auf die Folter zu spannen und langsam an die große Schlussfolgerung zu führen, indem ich Fakten, Argumente und Beweise in Bild und Schrift anführe, sag ich euch die Wahrheit über Kanye gleich: Jay Z hat uns alle verarscht.

Jay Z? Wieso Jay Z? Es sollte doch die Wahrheit über Kanye sein.

Es ist die Wahrheit über Kanye, weil TIDAL. Mehr noch: es ist TIDAL, weil Geld. Es ist immer Geld.

Wenn du an diesem Punkt noch nicht ausgestiegen bist, dann fange ich JETZT an die Verwirrung zu entwirren.

Alle Geschehnisse und Nachrichten der letzten Tage waren relativ sorgfältig durchgeplant und selbst HHH wurde von Jay Z als Marketinginstrument missbraucht, wie nahezu die gesamte Musikwelt, die sich über Kanye & Co. das Maul zerrissen hat: Die Piraterie und 500K illegale Downloads waren geplant, Kanyes Schulden waren geplant, „The Life Of Pablo“ niemals zu veröffentlichen war geplant, Shkrelis „Angebot“ und „Verlust“ von $15M waren geplant und ich würde mich nicht wundern, wenn Kanyes Tweets der letzten 4 Wochen bereits vor einem Jahr geschrieben worden wären.

Wo die Beweise sind? Rihanna. Zu ihr kommen wir allerdings später.

Es herrscht ein Krieg der Musik, und er schreit nach Opfern

Kanye legte sich auf den Altar, hob das Messer über seiner Brust und stieß es tief in sein Herz. Er blutet Fans, er blutet seinen Ruf. Yeezus ist das große Opfer für den Gott einer neuen Religion und sie nennt sich Streaming. Auch ihr habt seit Jahren gespürt, wie der Glaube sich ändert, wie die alten Götzen in Form von Kassetten, dann CDs und später MP3-Player umgeworfen werden.

Die Musik ist digital, die Musik wird gestreamt, die Zeiten von On-Demand sind angebrochen und die letzten Zweifel lösen sich in Rauch auf, nachdem selbst die RIAA ihre Entscheidung publik macht, die Auszeichnungen auch für Streaming zu vergeben.

Wo sind die Kirchen des neuen Glaubens? Sie nennen sich Spotify, oder Pandora. Sie waren die ersten, doch Jay Z will der Welt zeigen, dass das wahre Gotteshaus TIDAL ist – und dafür brauchte es das Yeezus-Opfer.

Kanye hat kein Geld verloren, er hat kräftig investiert

So dramatisch es auf den ersten Blick aussieht, so durchdacht ist jeder Move der „Kirche“ wenn man genauer hinschaut. Den entscheidenden Klick hat es bei mir gemacht, als ich versucht habe nachzuvollziehen, wie sich Kanyes Verhalten auf seine finanzielle Zukunft auswirken würde. Kurze Erinnerung: Kanye hat kräftig die Werbetrommel für „The Life of Pablo“ gerührt, 3 Mal den Namen geändert, ein Gewinnspiel veranstaltet, bei Yeezy Season 3 die Premiere gestartet, die Veröffentlichung mehrfach verschoben und schließlich bekannt gegeben, dass das Album nur noch auf TIDAL zu hören sein wird. Viele haben gesagt, dass er dadurch eine Menge Geld verliert, manche sprachen von achtstelligen Zahlen, doch hier darf man eine wichtige Sache nicht vergessen – es gibt zwei Arten Geld zu verdienen: harte Arbeit und Investition.

Auch als Künstler muss man erst ein großes Stück Arbeit verrichten, bevor man ein Produkt, z.B. ein Album zur Welt bringt. Dieses Stück kann man verkaufen und dadurch eine gewisse Menge Geld einfahren. Das ist eine Art Geld zu verdienen, doch hier stellt sich das Problem, dass die verdiente Kohle irgendwann ausgegeben ist und man wieder ein Album produzieren muss, viel Arbeit hineinstecken…und diese Runden kann man bis zum völligen Stumpfsinn laufen.

Man kann das Geld allerdings auch in ein aussichtsreiches Geschäft investieren und die Prozente seiner Investition bis in alle Unendlichkeit kassieren. Investieren kann man das rohe Kapital, oder…ein Album, beispielsweise T.L.O.P.

Wie die TIDAL-Kirche funktioniert

Nach dem rasenden Erfolg von Spotify erkannte Jay Z(der ein überaus findiger Geschäftsmann ist), dass Spotify einen neuen Markt erobert hat – Streaming. Die Profite in diesem Markt sind riesig und der Markt selbst befand und befindet sich im rasanten Wachstum. Jay Z hat sich umgeschaut und machte der schwedischen Firma Aspiro ein Angebot, das sie nicht ablehnen wollten. Sein neues Spielzeug hieß TIDAL und unterschied sich von Spotify, wie sich ein Apple-Produkt von „gewöhnlicher Ware“ unterscheidet.

Bessere Qualität(FLAC, lossless) und ein riesiger Preisaufschlag sind die im Vordergrund stehenden Besonderheiten. Vom wirtschaftlichen Aspekt betrachtet: den Preisaufschlag kann man in aller Ruhe in die eigene Tasche wirtschaften.

Jay trommelte schnell eine Mannschaft aus fähigen und etablierten Künstlern zusammen und startete seinen großen Kreuzzug gegen alle Regeln der Musikindustrie. Seine Mitstreiter in der Sache: Beyoncé, Rihanna, Nicki Minaj, Daft Punk, Jack White, Madonna, Arcade Fire, Alicia Keys, Usher, Chris Martin, Calvin Harris, deadmau5, Jason Aldean and J. Cole und eben….Kanye West!

Auch wenn niemand so recht an den Erfolg der Plattform glauben mag, sieht Jay Z sein TIDAL wohl wie seinerzeit Steve Jobs das Macintosh. Es verschlang Unmengen Geld, hätte Apple fast ruiniert, sich doch am Ende durchgesetzt und trägt heute dazu bei, Apple zum mächtigsten Riesen zu machen. Jay scheint völlig überzeugt zu sein: Menschen wollen Qualität und werden dafür einen Aufschlag zahlen. TIDAL muss nur etabliert werden, das Feuer muss entfacht werden und die Glut wird für viele Jahrzehnte reichen. Allen, die von Anfang an mitwirkten, wird es für alle Zeiten warm sein, ungeachtet dessen, ob sie als Künstler erfolgreich bleiben, oder in Vergessenheit geraten.

Wie man so ein Feuer entzündet zeigt die Grafik der TIDAL-Downloads(SensorTower) der letzten Zeit:

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Der rechte Peak ist Kanyes „The Life of Pablo“. Benzin.

Was der erste Peak ist? Rihannas Exklusiv-Veröffentlichung ihres Albums. Ich sagte doch, dass wir auf sie zurückkommen.

Ob das reichen, um TIDAL zum Dauerbrenner zu machen, oder ob es zum Kapital-Krematorium wird, kann man bisher nicht absehen. Zu turbulent sind dafür die Welten der Musik und Technologie. Jay Z und seine Mannschaft scheinen den Weg von Baelish zu gehen: „Viele Menschen riskieren so wenig. Sie verbringen ihre Leben, indem sie jeder Gefahr aus dem Weg gehen, und dann sterben sie. Ich würde alles riskieren, um zu bekommen, was ich will“

Shkrelis kleines Schauspiel

Welche Rolle hat Martin Shkreli in dieser Geschichte gespielt, bevor er den „Rap verlassen“ hat? Er zeigte der Welt, wie viel es Kanye bedeutet, dass Menschen TIDAL benutzen. Ganze „$15 Millionen“ blies er in den Wind für euch.

Geht in die Kirche!

Nutzt TIDAL!

Yeezus ist schließlich für eure Spotify-Sünden gestorben

 

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