DWEL – „Megaherz“ (Review)

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Der Sommer viel in diesem Jahr bislang eher spärlich aus und trotz grau bewölktem Himmel, schwankenden Temperaturen sowie reichlich Niederschläge bleibt die Hoffnung auf einen am Ende doch halbwegs schönen Sommer. Und spätestens dann sollte man sich mit vorliegendem Album des aus Hamburg zu uns sprechenden DWEL, kurz für ‚der wohl ehrlichste Lügner‘, beschäftigen. Nicht erst seit gestern im Spiel, manch einer erinnert sich etwa an den Track „Genug“ auf dem Raportaz Family-Album „Unter Wert“, liefert dieser zwölf gute Gründe ab, die mehr für den Sommer sprechen als der derzeitige Blick aus dem Fenster.

Man stelle sich also nun folgendes Szenario vor: Es ist ein sommerlicher Nachmittag und die Sonne sendet ein ganzes Dutzend ihrer wärmenden Strahlen Richtung Erde. Abends steht gemeinschaftliches Grillen an und nachdem man sich bereits in ein vorzeigbares Outfit gezwängt hat, bleibt noch einige Zeit über, das Wetter zu genießen und die Gedanken schweifen zu lassen. Auf der Suche nach der passenden musikalischen Untermalung stößt man auf „Megaherz“ und legt das Album in die heimische Anlage ein und sofort strömt ein Fluss aus organisch produzierter Rapmusik aus den Boxen, wie man sie von einst noch kennt.

„Live Dabei“ ist einer dieser Tracks. Einer dieser herrlich unkomplizierten Stücke, die einen sofort in die richtige Stimmung versetzen, so dass man sich nach wenigen Strophen bereits wünscht, das Ganze live unter freiem Himmel miterleben zu können. Wohingegen die „Gardinenpredigt“ und „Vier Wände“ mehr in die Kerbe von Storytellern schlagen, dabei aber stets erdig instrumentalisiert sind und Platz für DWEL und seine Texte bieten, die mehr als solide ins Ohr gehen und zu erkennen geben, dass dahinter langjährige Erfahrung steckt.

Des Weiteren bekommt man während der gesamten Spielzeit stets den Eindruck vermittelt, es mit einem von Grund auf angenehmen Zeitgenossen zutun zu haben, der sich auch einfach mal über ein Wiedersehen mit seinem alten „Homie“ freuen kann. Mit „Mind, Body Und Soul“ ein bisschen Liebe verbreitet. Und überhaupt, wer darüber hinaus von der Rose aus Beton und Rosa Parks spricht, der muss jede Menge Liebe für Hip Hop und insbesondere Rap übrig haben, keine Frage.

Womit der rote Faden des Albums ausfindig gemacht wurde, der neben dem zeitlosen und an die gute (alte) Zeit erinnernden Sound die zentrale Basis bildet. Ausrutscher wurden konsequent vermieden, so dass man sich den Druck der Skip-Taste guten Gewissens ersparen kann. So wirkt das Alles stimmig und unaufgeregt, wie eben jener eingangs erwähnte Sommertag, den man des Öfteren so schmerzlich vermisst.

Ein Album wie eine gute Tasse Kaffee, um auch den Brückenschlag zum Cover herzustellen. Man weiß was man bekommt; ein bewährtes Grundrezept, welches sich über die Jahre hinweg bewährt hat. In Verbindung mit einem redseligen Künstler, der seine Inspirationen und Einflüsse gekonnt in seiner Musik verbaut und damit ein angenehmes Stück Deutschrap schafft. Für das man gerne mal die sonst vorherrschenden Synthesizer-Gewitter links liegen lässt. Entspannt wie ein Tag in der Sonne.

dwelreview

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