Meyah Don – Mit Herz & Seele (Review)

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Mit Herz und Seele

Alle guten Dinge sind drei. Heißt es zumindest im Volksmund. Meyah Don, seines Zeichens Berliner Rap-Urgestein und seit den frühen Neunzigern am Mic aktiv, sieht das anders und bevorzugt die Zahl Vier. Freilich nicht ohne Hintergedanken, erscheint mit „Mit Herz & Seele“ über das Berliner Label Edit Entertainment das mittlerweile vierte Album des Naturburschen. Produziert vom bestens bekannten Keyza Soze und mit Features von unter anderem Audio88, Boba Fettt, Justus und Gris, wurde dem Album zudem die Ehre erteilt, das durchaus beachtliche Jahr 2009 von Edit Entertainment abzuschließen.

Dass es sich beim Don um einen angenehm eigenen Charakter handelt, davon zeugten bereits die drei vorausgegangenen Alben, mit deren Hilfe er sich den Ruf als „Ökorapper Nr. 1“ sicherte und ihn seither stolz hegt und pflegt. Dies lässt sich auch bereits am Artwork der CD ausmachen, welches fast ausnahmslos in saftigem Grün gehalten ist und Meyah Dons innige Beziehung zu Mutter Natur nochmals bildlich verdeutlicht.

Die insgesamt 17 Anspielpunkte sind dabei nicht weniger eindrucksvoll und fallen vor allem durch das sehr stark vorhandene Storytelling auf, welches der Künstler ohne jeden Zweifel beherrscht. Um thematisch einen kleinen Umriss zu erhalten, genügt es schon, wenn man sich die ersten Stücke des Albums näher betrachtet. „Fragens Ans Ich“ etwa ist der hinterfragende Umgang mit sich selbst, während „Kopfkino“ zurückblickt auf Vergangenes, ehe man direkt im Anschluss eine wunderbar gelungene Eigeninterpretation von Ralph McTells „Streets Of London“ (hier: „Straßen von Berlin“) vorgesetzt bekommt, bei der es sich durchaus lohnt, dem Text zu folgen.

Eine Klasse für sich auch das mit Audio88 aufgenommene „Diese Maschine“, bei dem Kritik an der Gesellschaft clever verpackt wird, so dass man wahrlich nicht meckern möchte. Nun könnte man noch die sehr guten Gastbeiträge von Gris und Justus hervorheben oder das motivierend ehrliche „Nimm dein Leben in die Hand“, welches die Flucht ins Virtuelle thematisiert, doch stattdessen lenken wir den Fokus auf Keyza Soze, der bis hierhin kaum Erwähnung fand.

Dies sollte er jedoch unbedingt, denn seine Instrumentals sind es letztlich, die jedem Text des Mannes mit dem grünen Daumen (oder doch lieber Mikrofon?) die passende Untermalung geben. So wird aus der textlich ohnedies schon beachtlichen Hommage an den Schriftsteller Clemens Brentano, „Sprich aus der Ferne“, ein dichtes Meisterwerk aller ersten Güte, Soundteppich sei Dank.

Abschließend hält man fest, dass „Mit Herz & Seele“ hält was der Titel verspricht und einen lebensreifen Rapper präsentiert, der, gesegnet mit wiedererkennbarer Stimme gehaltvolle Geschichten erzählt., die man derart ansprechend nun nicht jeden Tag auf die Ohren bekommt. Sehr gutes Albums und ein gelungener Jahresabschluss 2009.

bewertungdateimeyahdon

3 Kommentare

  1. Sehr guter kuenstler, der ein sehr gut sehr gutes Album abgeliefert hat. Es lohnt sich reinzuhoeren!

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