Puppetmastaz – „The Break Up“ (Review)

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The Break Up

Das Debütalbum ist zumeist eine der interessantesten Stationen der Discographie.Mal gibt es die Möglichkeit, an die Anfänge eines mittlerweile etablierten Acts zurückzublicken. Mal präsentiert sich jemand neu, der viel verspricht und diese Versprechen im Laufe der nachfolgenden Veröffentlichungen hält und steigert. Ab und an ist das Debüt gar schon der künstlerische Zenit, der Höhepunkt, nach welchem es objektiv betrachtet nur noch konstant nach unten geht. Bei den Puppetmastaz, der wohl bekanntesten Puppen-Rap-Crew der Welt, trifft wohl leider Letzteres zu, was sie nicht davon abhält, mit vereinen Kräften ein, allem Anschein nach, letztes Mal Album die Beine zu stellen und damit bereits den vierten Langspieler an den Mann zu bringen.

Alles begann mit dem ohne jeden Zweifel erhabene „Creature Funk“, ein Album, das durch die eigene Note der Mastaz und die angenehm verspielten, ins Ohr gehenden und dort verweilenden Beats schlichtweg passte und sich, wenn man so will, eine Nische schuf, die des Puppen-Rap. Dieser Faden wurde mit „Creature Shock Radio“ weiter gesponnen, verlor sich jedoch schon ein wenig, ehe man mit „The Takeover“ ein desolates Werk erschuf, das im Vergleich zum Erstling mehr als alt aussah. Und nun also „The Break Up“, sechzehn Stücke, die den puppeninternen Zwist zu großer Egos darlegen sollen, ein musikalisches Erbe an die angehenden Rap-Puppen dieser Welt.

 

Doch schon „Keyhole“ entpuppt sich als unausgereiftes Stück Musik, dessen Beat nach einem obskuren Durcheinander klingt und mit Ausnahme des Elite-Reimers Snuggles, ein mit reichlich Spucke gesegneten Hasen, der hier wieder eine gewohnt gute Figur abgibt, blass bleibt. Besonders erschreckend die Performance vom augenscheinlichen Führer der Crew, Mr. Maloke. Denn während es dem ebenfalls beteiligten Wizard, einer Kröte, wenig später mit „Masquerade“ gelingt, ein zumindest ordentliches Stück zu kreieren, das allenfalls durch die fragwürdige Hook für Stirnrunzel sorgt, beleibt Mr. Maloke die gesamte Spielzeit über reichlich farblos.

Gefallen findet man dagegen bei dem von Tango und Croucho inszenierten „Put A Bug Pon You“, das nicht nur gefällt, sondern dank astreinem Puppen-Patois auch noch für einen Schuss Abwechslung im mittlerweile fast schon zur Gewohnheit gewordenen Puppen-Rap sorgt. Interessant auch das zunächst gewöhnungsbedürftige „Poety In Motion“, für das sich erneut Tango einfand, der mit E-Wiz, einer Art Puppenausgabe von Elvis Presley, gemeinsame Sache macht.

Das klare Highlight ist jedoch das von britischen Künstlern, allen voran wohl Dizzee Rascal, inspirierte „Tamiflu“, bei dem Squid und Buggles ordentlich Fahrt aufnehmen und mit wohlklingendem britischen Akzent begeistertn. Das macht Laune und sticht in seiner Qualität derart heraus, dass ein ohnehin schon bescheidenes „J.A.Y.B.“ oder „Late Night Malocko“ gleich nochmals eine Stufe tiefer fällt und den Eindruck des Albums nach unten zieht.

So oder so müssen wohl selbst hartgesottene Puppetmastaz-Freunde eingestehen, dass das nicht das Beste ist, was die Formation, im Übrigen ansässig in Berlin, im Stande ist zu leisten. Weshalb man es fast schon leicht verschmerzen könnte, wäre dies nun wirklich das Ende. Da sich genug voreilig verkündete Rücktrittsmeldungen im Nachhinein erübrigten, setzen wir an dieser Stelle mal ein Fragezeichen und sehen zu, ob der Bruch innerhalb der Truppe tatsächlich von Dauer ist. Schade, aber Puppen können definitiv mehr am Mic.

thebreakupbewertung

2 Kommentare

  1. hab die mal früher gefeiert, finde die haben stark nachgelassen. break up gefällt mir gar nicht.

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