Fler und sein Vermögen: Wie reich ist der Maskulin Chef?

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Fler gehört zu einem der meist diskutierten Rapper in Deutschland. Nicht zuletzt ist es sein Vermögen, das so heiß diskutiert wird.

Die Kontroverse um seinen Kontostand wird durch Meldungen erschwert, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Auf der einen Seite berichten bekannte Zeitungen, dass Fler lediglich 1200 € im Monat verdient, auf der anderen Seite gibt es Schätzungen, die eine tausendfache Summe all seinen aktuellen Kontostand vermuten.

Die Medien lieben Fler, da er in seinen Interviews stets er selbst bleibt und in der Regel Leben reinbringt. Was ist die Wahrheit hinter Patrick Losensky, der uns als Deutschrapper Fler bekannt ist?

Wie gut kommt der wirklichen seine Karriere voran und wo lässt es sich in der Liste der reichsten deutschen Rapper einordnen? Diesen Fragen gehen wir Ihnen diesem Artikel nach.

Start im Deutschrap mit Bushido im Rücken

Flers Karriere startet im fernen Jahr 2002. Damals erlangte Fler seine erste Bekanntheit an der Seite der Deutschrap Legende Bushido.

Zu dieser Zeit wusste noch niemand, wie weit es Fler in seine Karriere bringen würde, aber auch Bushido selbst war 2002 noch weit davon entfernt eine Legende zu sein.

Die Jungs haben in diesem Jahr die berüchtigte erste CCN Scheibe aufgenommen und läuteten damit den Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit ein.

Auch auf Bushidos Album vom Bordstein bis zur Skyline sollte Fler nicht die letzte Rolle spielen. Damit hat sich der Rapper nicht nur einen Namen gemacht, sondern diesen auch gleich gefestigt.

Flers Karriere: Von Aggro Berlin zum Maskulin Imperium

Ende 2003 war es dann für Fler soweit und er hat bei dem Label Aggro Berlin unterschrieben. Flers kreative Ergüsse mündeten schließlich in dem Album Neue Deutsche Welle, das für den Künstler ein großer Erfolg werden sollte.

Jedoch war Fler zu dieser Zeit sehr unzufrieden und zwar mit dem, was er bei Aggro Berlin verdient hat. Er hat die Realität des Musik Business am eigenen Leibe gespürt und gesehen, dass selbst bei großen Erfolgen am Ende oft nicht allzu viel übrigbleibt.

So hat es jedoch vier weitere Jahre gedauert bis Fler endgültig den Entschluss gefasst hat, Aggro Berlin den Rücken zu kehren. Die damalige Zeit war von Gerüchten gezeichnet, da lange nicht klar war, ob Fler tatsächlich geht.

In einem Statement gab Fler jedoch schließlich bekannt, dass er nicht mehr bei Aggro Berlin sein wird und sich für die Zusammenarbeit bedankt:

Ich danke Aggro für den Support der letzten 6 Jahre. Ich habe bei dieser Zusammenarbeit viel gelernt. Mir tut außerdem die ganze Verwirrung der Vergangenheit leid. Für meine Fans und Alle, die hinter mir stehen. Aber jetzt kommt die Zukunft – und auf die freue ich mich!“

Direkt nach der Trennung fasste er einen neuen Plan ins Auge: erst einmal sollten alte Kontakte wieder gepflegt werden. In der Zwischenzeit hatte Fler einige Reibungen mit Bushido entwickelt und jetzt galt es diese zu beseitigen.

Die beiden haben sich ausgesprochen, sich wieder versöhnt, und siehe da, schon war wieder was Neues im Anmarsch. Die Arbeit an der Fortsetzung von Carlo Cokxxx Nutten war der nächste Schritt.

Fler versucht sich im Business

Die Fans haben die Entwicklung böse gefeiert und Fler feierte den ersten Erfolg nach seiner Trennung von Aggro Berlin. Zu dieser Zeit versucht sich Fler auch langsam als Geschäftsmann.

Er gründet die Modemarke Psalm-23 und vertreibt unter dieser Marke Klamotten und Merchandise. Anfang 2010 eröffnet Fler sogar einen eigenen Shop in Berlin, der ebenfalls unter der Marke Psalm-23 läuft.

Das Business mit dieser Marke sollte nicht zu den erfolgreichsten Unternehmungen des Rappers werden, jedoch hält es ihnen nicht davon ab es weiterhin zu versuchen und sich seinen Stück vom Kuchen zu sichern.

Zu dieser Zeit baut Fler auch weiterhin seine Bekanntheit aus, durch immer weitere neue musikalische Produktionen, die sich in den Charts platzieren können. Der Ausbau seine Bekanntheit trägt natürlich zu seinem langfristigen Erfolg bei.

Doch am meisten sorgte für seinen langfristigen Erfolg seine nächste Entscheidung. Gegen Ende 2010 hängt Fler nicht mehr so oft mit Bushido ab.

Die Maskulin Ära bricht an

Fler überlegt sich, dass es sinnvoll wäre langsam auch etwas Eigenes zu starten. Die Folge dieser Überlegung ist die Gründung des Labels Maskulin.

Mittlerweile dürfte es niemanden mehr unter Deutschrap Fans geben, die nicht mit dem Label und der Marke Maskulin vertraut sind. Doch damals, Anfang 2011, war es nur ein weiteres Musikhaus, von dem niemand glauben würde, dass es nicht nur überleben würde, sondern zu einem der erfolgreichsten Labels im Deutschrap aufsteigen würde.

Erst Maskulin als Marke brachte Fler dahin, wo er heute steht. Unter Maskulin entwickelte sich auch Flers Musikkarriere rasant.

Direkt von Anfang an nimmt er Silla und G-Hot auf und verdient nicht nur über die eigene Musik Geld, sondern auch über die seiner Signings. Später kommt auch Sentino dazu.

Offenbar ist Fler kein besonders einfacher Mensch und wahrscheinlich auch ein noch weniger einfacher Boss, wenn man bedenkt, dass er sich sowohl mit Silla, als auch mit Sentino jahrelang im heftigen Clinch gewesen und richtig die Fetzen fliegen ließ.

Unter Maskulin klettern Flers Alben jedoch immer höher in den Charts und er entwickelt sich als Rapper weiter.

Er sucht nach einem persönlichen, ganz eigenen Stil. Fler geht von Gangsta Rap weg und versucht sich an Crunk. Irgendetwas Neues, Frisches, was neue Zielgruppen anzieht.

An dieser Strategie hat sich bis heute nichts geändert. Fler experimentiert nach wie vor, denn diese Experimente haben sich für ihn ausgezahlt.

Die Alben kommen gut an und die Umsätze steigen. Das wäre kaum möglich, wenn Fler bei der Gangsta Rap Schiene geblieben wäre und weiterhin in heftiger Konkurrenz mit der Hälfte der Szene stehen müsste.

Fler hebt in den Charts ab – Maskulin zahlt sich aus

Nun war Fler auf dem richtigen Weg und hatte einen guten Riecher für den Erfolg entwickelt. Gegen 2014 bis 2015 erreicht Fler mit seinen Alben schon den zweiten Platz der Charts. Danach folgen seine Nummer-1-Scheiben.

Ab 2015-2016 schreibt Fler immer mehr Schlagzeilen und kämpft sich immer wieder in die Top-Chartpositionen.

Mit „Vibe“ knackt Fler endlich die Erstplatzierung und bleibt auch danach seiner Schiene treu. Es folgt „Epic“, das Fler 2017 veröffentlicht.

Zu diesem Zeitpunkt ist auch schon Jalil bei Maskulin gesignt und Fler baut seine Positionen im Deutschrap weiter aus. Das letzten große Ding hat Fler im März letzten Jahres mit „Flizzy“ auf den Markt gebracht.

Auch mit diesem Album hat er gezeigt, dass er durchaus die Charts dominieren kann. Obwohl seine Boxen nicht gezählt wurden, erreichte „Flizzy“ den vierten Platz der Charts.

Flers Vermögen wächst – so sehen die Albumverkäufe aus

Doch wieviel Kohle ist während all den Veröffentlichungen geflossen? In den Interviews, die Fler zu seinen letzten Alben gegeben hat, betonte er, dass die Verkaufszahlen der Alben nur noch eine untergeordnete Rolle spielen würden.

Spotify ist, wer die neue Kette bezahlt. Nichtsdestotrotz dürfen wir die Einnahmen aus den direkten Verkäufen nicht vernachlässigen.

Schon über Vibe hat Fler in einem Interview gesagt, dass bis zu dem damaligen Zeitpunkt 40.000 Einheiten verkauft sind. Effektiv können wir jedoch von 50.000-60.000 verkauften Trägern ausgehen.

Ähnlich dürften auch andere Alben der letzten Jahre performt haben. Da Fler über sein eigenes Label veröffentlicht, muss er nicht viele Abgaben hinnehmen.

Was das bedeutet, haben wir schon von Farid Bang, oder Kollegah erfahren – etwa 7-8 Euro pro verkaufte Einheit. Zusätzlich hat Fler das auch im Jahr 2015 selbst klar gemacht:

Fler verrät, wie viel er an einer CD verdient und sagt, dass er 7 Euro an einer CD machtDiese Zahl hat er ebenfalls in einem Videointerview im Jahre 2012 gemacht.

Damit hat Fler mit „Vibe“ alleine über die direkten Verkäufe etwa 350.000-500.000 Euro verdient.

Die bisherigen Albumverkäufe haben Fler also schätzungsweise 1-2 Millionen Euro eingebracht.

Mit den letzten Alben hat er wohl knapp eine Million Euro gemacht. Im Jahresrückblick mit Rooz Lee im Dezember 2015 hat Fler im Videointerview angegeben, dass er 800.000 Euro verdient haben soll.

Ab 13:35 spricht er darüber:

Flers Einnahmen aus dem Streaming

Mittlerweile dürften jedoch Einnahmen aus dem Streaming den Löwenanteil von Flers Cashflow ergeben.

In einem Interview gab Fler an, dass nach der Veröffentlichung von „Flizzy“ seine täglichen Zahlen bei etwa 1 Million Streams lagen.

Laut den Angaben von Spotify liegt die Vergütung für 1000 Streams bei etwa 6-8 Euro. Damit hat Fler zu dieser Zeit 6-8 Tausend Euro täglich nur über das Streaming generiert.

Fler deutete wiederholt darauf hin, dass die Einnahmen aus dem Streaminggeschäft die Einnahmen aus dem Albumverkauf übertreffen. Dadurch können wir schätzen, dass Fler durch die Streamingplattformen etwa eine halbe Million Euro pro Album generiert.

Und dadurch steigen seine Einnahmen auf etwa 2-3 Millionen Euro für seine letzten Alben.

Musikalisch ist Fler auch auf den Fanbox-Zug mit aufgesprungen. Von Album zum Album werden seine Boxen immer ausgefeilter.

Dadurch, dass er die Musik unter seinem eigenen Label veröffentlicht, kann er auch die Einnahmen aus den Boxen größtenteils einstreichen, ohne große Anteile abgeben zu müssen. Wer jedoch denkt, dass Flers größte Einnahmequelle seine Musik ist, der irrt sich.

Warum macht Fler absichtlich Miese?

Fler macht alles für seine Fans. Das bedeutet für ihn auch, möglichst viel Zeit, Mühen und auch Geld in die Qualität seiner Produktion zu investieren.

Er hat schon oft betont, dass seine Musikvideos zu den teuersten im Deutschrap gehören. Er gab auch an, dass er immer wieder Verluste mit dem Musikgeschäft macht. Einfach, weil die Kosten die Einnahmen übersteigen.

Doch warum fährt Fler überhaupt diese Strategie? Weil er zwei wichtige Sachen begriffen hat.

Erstens: Rapper machen das große Geschäft nicht mit ihrer Musik, sondern mit ihren Fans. Daher möchte Fler seine Fans möglichst glücklich machen.

Dazu ist ihm keine Methode zu schade. Zum einen gehören Flers Musikvideos zu den teuersten Produktionen im Deutschrap. Zum anderen gibt es hin und wieder auch mal gerne hohe fünfstellige Beträge für prominente Featuregäste aus.

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Zweitens: Wenn man eine starke Marke aufgebaut hat, so kann man von dieser jahrzehntelang das richtig große Geschäft machen. Menschen bezahlen schließlich keine 250 Euro für Sneaker, wenn es nicht Nikes, Yeezys, oder andere bekannte Marken sind.

Das Material, die Qualität, das Design – darin können sich andere Hersteller mit Nike messen. Sie können jedoch die Kraft der Marke nicht übertreffen.

Flers größter Vermögenswert – Maskulin

Fler versucht daher seine Marke „Maskulin“ schnell und stabil auf- und auszubauen. Das gelingt ihm auch offenbar prächtig.

Erst vor Kurzem hat Fler mitbekommen, dass die ersten Fälschungen seiner Klamotten im Iran aufgetaucht sind. Das scheint den Rapper sogar stolz zu machen, denn das zeigt, wie beliebt die Marke ist!

Allerdings lief urheberrechtstechnisch auch von Flers Seite nicht immer alles glatt. Einst hat er in einer besonders intensiven Kreativphase mal die Rechte von Wu-Tang Clan verletzt.

Auf Twitter setzte sich der Maskulin Chef mit Method Man auseinander. Dieser war natürlich berechtigt sauer gewesen, dass Fler Wu-Tangs Logo für seine Zwecke benutzt hat.fler 1

Allerdings wurde die Sache zwischen den Beiden schnell aufgeklärt. Fler konnte mit seinen Klamotten Geschäft wie gewohnt weitermachen.

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Bereits jetzt gewinnt Fler aus dem Merchandize und Klamotten-Geschäft jede Menge Kapital. Selbst wenn es die Karriere als Rapper beendet, wird er mit „Maskulin“ weiterhin Millionen scheffeln können.

Aktuell hat er einen Exklusivvertrag mit dem bekanntesten Hip-Hop Online Laden DefShop laufen. DefShop war bereit Fler 700.000 Euro für 3 Jahre exklusiven Verkaufs von „Maskulin“ Artikeln zu bezahlen.

Wenn Fler nach Ablauf des Vertrags eine Verlängerung anstrebt, so wird er höchstwahrscheinlich sogar mehr für die nächste Laufzeit verlangen können.

Ghetto Sport ist Flers Millionengeschäft

Unter dem Label Maskulin baut Fler weitere Marken auf. Dazu gehört auch das Klamottenlabel „Ghetto Sport“, das Fler seit 2018 aktiv propagiert.

Fler präsentiert seine Ghetto Sport Kleidung, wo es nur möglich ist. Auf Facebook, Instagram und in seinen Musikvideos auf YouTube sehen wir die Marke immer wieder.

Ob auf Fler selbst, oder Jalil, oder anderen Models, die Fler fleißig für die Werbung der Marke engagiert. Auch diese Bemühungen scheinen sich jetzt schon für ihn auszuzahlen.

Auf Social Media gab Fler an, dass Ghetto Sport jetzt schon ein Millionengeschäft ist. Wenn Fler in 2 Jahren seinen nächsten Deal mit DefShop aushandelt, dann dürfte diese in einem guten siebenstelligen Bereich liegen.

Doch damit haben wir Flers Business noch nicht komplett aufgedröselt.

Fler als Musikproduzent und Investor

Weiterhin hat Fler Einnahmen über die anderen Künstler, die unter Vertrag bei „Maskulin“ sind. Wie hoch diese Beteiligungen ausfallen, kann kaum jemand schätzen.

Was wir jedoch vermuten können, ist, dass Fler sich nach seiner Rapkarriere der Steuerung seines Imperiums widmen wird. An Beispielen, wie Dr.Dre haben wir gesehen, wohin so eine Karriere führen kann.

Fler ist nicht nur eine Legende des Deutschraps, sondern auch ein furchtloser Geschäftsmann, der immer wieder neue Zweige ausprobiert und konsequent an seiner Marke arbeitet. Was Fler weiterhin auszeichnet, ist sein Durchhaltevermögen, das sich ebenfalls bezahlt macht.

Der Maskulin Chef hat eine noch bessere Zukunft vor sich, als seine Gegenwart. Und diese sieht bereits sehr stabil aus.

Alles in Allem können wir schätzen, dass Fler aktuell über ein Vermögen von über 3 Millionen Euro verfügt.

Der Großteil dieses Vermögens ist in seiner Marke angelegt und arbeitet derzeit für ihn. Damit dürfte Fler in wenigen Jahren aus der Top-Liga der reichsten deutschen Rapper nicht mehr wegzudenken sein.

Er selbst bestätigt seinen Vermögensstand auf Social Media. Dort lässt er lässig den Spruch fallen „Du hast 3 Millionen Klicks, ich hab 3 Millionen Euro“.

Damit würde Fler sogar mehr Cash haben als Bonez MC, der aktuell der erfolgreichste deutsche Rapper ist. Auch Bonez MC hat verstanden, dass der Weg zum langfristigen Erfolg, der Aufbau einer stabilen Marke ist.

Daher kümmert er sich so sehr um das Branding um 187 herum. Doch das ist wiederrum eine ganz andere Geschichte.

Fler ist auch darum bemüht, sein Geld nicht zu verprassen, sondern clever anzulegen. Nachdem Elvir Omerbegovic, der Ex-Chef von Kollegah und Gründer von Selfmade Records bei der Show „Höhle der Löwen“ dabei war und um eine Investition gebeten hat, wurde Fler auf ihn aufmerksam.

Bei der „Höhle der Löwen“ bekam Omerbegovic eine Absage, doch Fler selbst schlug ihm vor für 15% bei SUCKIT einzusteigen. Dafür würde er satte 350.000 Euro in das Unternehmen pumpen.

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Fler kann man in seinem Unterfangen, Maskulin zu einer der stärksten Marken im deutschen Hip-Hop auszubauen, nur den besten Erfolg wünschen. Finanziell hat es der Rapper schon lange geschafft.

In den nächsten Jahren wird Fler sein Vermögen stetig ausbauen und wir können wirklich gespannt sein, wo er nach einem weiteren Jahrzehnt stehen wird.

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